Die meisten Selbstständigen, mit denen ich arbeite, haben genau ein Angebot. Das große 1:1 oder den einen Kurs. Und dann wundern sie sich, warum der Umsatz jeden Monat wieder bei null anfängt.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du eine Produktpalette aufbauen kannst, die deine Leute Stufe für Stufe mitnimmt: vom 0 €-Freebie bis zu deinem Hauptangebot. Mit den fünf Stufen, ihren Jobs und dem Übergang, an dem die meisten Kontakte verloren gehen.
Auf einen Blick
Das erwartet dich in diesem Artikel
- 01Was ist eine Produktpalette?
- 02Warum ein einziges Angebot deinen Umsatz ausbremst
- 03Warum das gerade jetzt über Kauf oder kein Kauf entscheidet
- 04Produktpalette aufbauen: die 5 Stufen
- 05So klettern deine Kunden von Stufe zu Stufe
- 06Was dir eine Produktpalette konkret bringt
- 07Fazit: Bau zuerst die unterste Stufe
- 08Häufige Fragen zur Produktpalette
Eine Produktpalette (auch Produkttreppe oder Angebotstreppe) ist eine geordnete Abfolge deiner Angebote, bei der jede Stufe die nächste vorbereitet. Ganz unten steht dein 0 €-Freebie, ganz oben dein teuerstes Angebot.
Ein Sammelsurium an Angeboten, das du dir übers Jahr zusammengeschustert hast, ist also noch keine Produktpalette. Dazwischen führst du deine Leute in Schritten nach oben und jeder Schritt ist ein bisschen größer als der davor.
Das Prinzip dahinter heißt Vertrauensaufbau. Jede Stufe ist ein Beweis, dass du hältst, was du versprichst. Mit jedem eingelösten Versprechen wird die Hürde für den nächsten, größeren Schritt kleiner.
Eine Treppe verkauft deshalb mehr, ohne dass du mehr pushen musst. Keiner muss mehr aus dem Nichts direkt ins Teuerste springen.
Der Grund ist simpel: Ein einzelnes Angebot kennt nur zwei Antworten. Ja oder nein.
Wer noch nicht so weit ist, dir sofort 2.000 € anzuvertrauen, ist erstmal weg. Dir fehlt ein kleineres Produkt, an dem die Menschen andocken können. Eins, mit dem sie Vertrauen gewinnen, dass das große Invest Sinn macht und du die richtige Person dafür bist.
Und genau so handeln die allermeisten. Sie finden dich spannend, kennen dich aber noch nicht gut genug, um direkt das Teuerste zu buchen. Ohne kleinere Einstiegsstufe lässt du genau hier Umsatz liegen.
Eine Produktpalette dreht das um. Statt einer einzigen großen Kaufentscheidung baust du dir mehrere kleine. Und der Mensch, der sich heute dein Freebie runterlädt, kann in sechs Monaten dein High-Ticket-Kunde sein, ohne dass du ihn nochmal komplett neu einfangen musst.
Der Markt ist voll, so richtig voll. Don’t worry, ich erzähl dir jetzt nicht, dass da kein Platz mehr für dich ist. Aber es gibt überall Angebote, inzwischen auch überall KI-Content und überall verspricht dir irgendwer irgendwas.
Die Menschen sind dadurch vorsichtiger geworden und kaufen erst nach deutlich mehr Kontaktpunkten als noch vor zwei Jahren. Früher hat es gereicht, dass dich jemand zweimal sieht. Heute brauchst du eher acht, zehn, zwölf Berührungspunkte, bis jemand auf den Kaufbutton drückt.
Die Frage ist nur: Wo kommen die alle her?
Über Social Media allein wird das schwer. Dein Reel wird gesehen, kurz gelikt und ist wieder weg. Und ob du morgen überhaupt ausgespielt wirst, entscheidet der Algorithmus und nicht du.
Eine Produktpalette baut dir Berührungspunkte, die dir gehören und aufeinander aufbauen: Freebie, Willkommenssequenz, kleines Produkt, nächstes Produkt. Jede Stufe ist ein Vertrauensmoment mehr und alle zahlen auf denselben Kauf ein. Wie du die E-Mail-Seite davon aufsetzt, liest du in meinem Artikel zum E-Mail-Marketing.
Typisch: Checkliste, Video-Serie, Webinar, Workshop, kleine E-Mail-Serie.
Der Job dieser Stufe: einen ersten echten Quick-Win liefern, für den man eigentlich hätte zahlen müssen. Möglichst viel verschenken bringt dir wenig. Mit einem echten Quick-Win trägt sich der richtige Mensch ein und nicht der Freebie-Sammler, der eh nie kauft.
Typisch: E-Book, Mini-Onlinekurs, Audiokurs, kleine Mitgliedschaft.
Preislich so niedrig, dass niemand lang überlegt. Der eigentliche Trick hat mit dem Geld wenig zu tun: Aus einem Kontakt wird zum ersten Mal ein Käufer. Wer einmal 27 € bei dir gelassen hat, kauft beim nächsten Mal viel leichter.
Typisch: Kompakter Onlinekurs, Workshop, Mitgliedschaft.
Hier löst du EIN klar umrissenes Problem komplett. Der häufigste Fehler: zu viel reinpacken. Eine Stufe, die alles auf einmal verspricht, verkauft die nächste nicht mehr, weil deine Leute sich schon satt fühlen.
Typisch: Workshop-Reihen, größere Onlinekurse, Gruppenprogramme, kleine 1:1-Pakete.
Ab hier kaufen die Leute Begleitung statt Info. Auf dieser Stufe wird aus „hab ich mir mal angeschaut“ ein echtes Ergebnis. Und sie ist die beste Vorbereitung auf dein Hauptangebot.
Typisch: Umfangreiche Programme, Kurse mit Live-Betreuung, 1:1-Begleitung.
Deine engste Zusammenarbeit und dein größter Kundenwert. Was die meisten unterschätzen: Die Leute, die hier kaufen, kommen fast nie kalt rein. Es sind fast immer die, die vorher schon zwei, drei Stufen mit dir gegangen sind.
Und jetzt das Muster, das ich bei gefühlt jeder Zweiten sehe: Gebaut wird von oben, an Stufe 4 oder 5. Die unteren Stufen gibt es nicht.
Genau daher kommt die Umsatz-Achterbahn. Keine neuen Kontakte, keine Berührungspunkte, die von allein passieren. Alles hängt am Netzwerk, am Insta-Content und an der nächsten Hauruck-Launch-Aktion. Wie du einen Kurs auf Stufe 3 oder 4 verkaufst, bevor du ihn komplett produzierst, zeige ich dir im Artikel Onlinekurs verkaufen.
Direkt nach der Eintragung
Willkommenssequenz
Der neue Kontakt lernt dich richtig kennen und bekommt seinen ersten Tiny Offer angeboten, solange er am wärmsten ist.
Nach dem ersten Kauf
Tiny Offer zeigt aufs Low Ticket
Im Produkt selbst und in den Mails danach weist du auf die nächste Stufe hin.
Nach dem ersten Ergebnis
Low Ticket zeigt aufs Mid Ticket
Wer ein Teilproblem gelöst hat, will meistens mehr. Genau dann kommt die Einladung zur Begleitung.
Wenn das Vertrauen steht
Dein Hauptangebot
Die Leute kennen dich, haben Ergebnisse mit dir erlebt und das große Invest fühlt sich logisch an.
Mit der Brechstange verkauft wird dabei nie. Es ist jedes Mal der logisch nächste Schritt für jemanden, der gerade ein Ergebnis mit dir hatte und mehr will. Genau deshalb ist eine Treppe so viel entspannter zu verkaufen als ein einzelnes teures Angebot.
Und falls du einen saisonalen Einstieg suchst: Ein Online-Adventskalender ist ein ziemlich guter Türöffner für die unterste Stufe.
Keine Treppe ohne unterste Stufe. Wer heute dein Freebie lädt, kann morgen deine Stammkundin sein, wenn dazwischen die Stufen stehen.